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Aktuelles

Wäscheleinen Andacht zu Himmelfahrt (Nr. 7)

Evangelische Kirchengemeinde Altenbochum-Laer
Veröffentlicht von Christina Cremer in Andacht · 21 Mai 2020



Wäscheleinenandacht zu Himmelfahrt, 21.05.2020, über Johannes 17, 20-26
Auch auf unserer Homepage unter www.die-Kirchengemeinde.de/aktuelles zu sehen und zu hören.
Liebe Gemeinde!
Himmelfahrt ist ein kirchliches Fest, das im Unterschied zu Weihnachten beispielsweise, wenig Aufmerksamkeit erfährt. Für viele ist dieser Tag zum „Vatertag“ umfunktioniert. Ein schöner freier Tag im Mai. Das Fest der Himmelfahrt Jesu wurde übrigens bis in das 4. Jahrhundert zunächst an Pfingsten mitgefeiert und bekam erst um 370 seine Eigenständigkeit durch den festgelegten Termin 40 Tage nach Ostern, anknüpfend an Apostelgeschichte1,3.
Ein paar nette Himmelfahrtsaussprüche: Der kleine Jens hat bereits gelernt, dass man zu Feiertagen besondere Wünsche ausspricht, wie „frohe Weihnachten“ oder „frohe Ostern“. Am Himmelfahrtsmorgen kommt er freudestrahlend zu seiner Oma und sagt: „guten Morgen, Oma, ich wünsche dir eine frohe Himmelfahrt!“
Oder: Als der Hamburger Theologieprofessor Helmut Thielicke seinen Kindern, als sie noch klein waren, die Geschichte von der Himmelfahrt erzählte, bemerkte der Jüngste: „Wie der Herr Jesus endlich im Himmel angekommen war, sagte Gott-Vater zu ihm: Bleib jetzt man lieber hier oben, sonst passiert dir wieder was!“
Was feiern wir eigentlich an diesem Tag?
Wir hören in der Apostelgeschichte von den Jüngern: „Sie kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude.“ Worüber freuen sie sich? Unser Predigttext gibt eine Antwort: Weil Jesus Christus, der Auferstandene uns Heimat gibt im Himmel und uns hineinnimmt in die unendliche Liebe des Vaters zu seinem Sohn. Darin sind wir alle miteinander verbunden.
Hier noch eine Geschichte (Rundfunkgottesdienst Schäfer 2013)
„Ein Vater und sein sechsjähriger Sohn machen einen Spaziergang. Sie gehen hinaus ins Grüne. Vater und Sohn gehen Hand in Hand; sie unterhalten sich darüber, welches Tier sie am liebsten sein möchten. Plötzlich überrascht sie ein Gewitter; aber kein Unterschlupf ist in Sicht.
Da nimmt der Vater den Sohn unter den Mantel. Es ist ein Moment, an den sich der Sohn noch ein Leben lang erinnert; ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Der Junge, inzwischen erwachsen, weiß noch heute, wie es dort damals gerochen hat: der nasse Lodenstoff des Mantels, das Aftershave des Vaters. Und als er eines Nachts daliegt im Krankenhaus, in seinem Bett, in der Nacht vor einer schweren Operation – da holt der Sohn von einst, der nun ein erwachsener Mann ist, diese Erinnerung wieder hervor. Und merkt, wie er ruhiger wird.“
Dieses Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit bleibt.
Unser Predigttext ist eine Szene aus den sogenannten Abschiedsreden Jesu. Jesus nimmt Abschied von seinen Jüngern bevor er den Weg geht, der ihn zum Kreuz führte. Und Jesus nimmt diesen Abschied zum Anlass, sich vertrauensvoll an den Vater zu wenden, seinen Vater im Himmel. Er bittet für seine Jünger und auch für alle, die durch ihr Wort an ihn glauben, dass sie eins seien, dass sie untereinander und zusammen mit Jesus verbunden bleiben in der Liebe Gottes.
„Wie du, Vater in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.“
Wir bekommen Anteil an Gottes Liebe und an Gottes Herrlichkeit. Die Kirche Jesu gründet sich nicht auf menschliche Ansichten und Taten, sondern auf das, was Gott für uns getan hat.
Wo ist aber diese Einheit?  Das fragen wir oft. Es gibt nun mal nicht nur eine Kirche. Es gibt viele verschiedene christliche Kirchen: die römisch-katholische, unsere evangelische, die Freikirchen und viele mehr.
Jeder hat seine eigenen Erkenntnisse und irgendwann haben sich Christen voneinander getrennt und eine neue Kirche aufgemacht. Das kann doch nicht der Einheit entsprechen, für die Jesus gebetet hat.
Es wird unterschiedliches gedacht über das Verständnis der Bibel und über das Leben nach Gottes Geboten. Nicht Gleichheit aber Einigkeit bleibt eine Aufgabe der Kirche.
Jesus bittet seinen Vater um Einheit. Er kümmert sich darum. Dort wo Einheit entsteht, ist sie ein Geschenk Gottes.
In seinem Gebet zeigt Jesus, was er unter Einheit versteht: „Wie du Vater in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein…“
Die Einheit unter Christen hat ihr Vorbild in dem Verhältnis von Jesus zu seinem Vater. Gott sendet Jesus in die Welt, damit die Menschen den Vater kennen lernen. An Jesus können die Menschen erkennen, wie der unsichtbare Gott ist. Jesus zeigt der Welt Gottes Liebe.
Unsere Erfahrungen mit Kirche, mit Trennungen und Spaltungen und Streit sind nicht plötzlich egal. Sie bleiben eine Aufgabe für uns.
Aber es gilt zu entdecken, dass alle Christen trotzdem ihre Einheit in der Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn haben. Jesus sagt: „Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan, … damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.“
Das heutige Evangelium macht uns zu Zeugen eines besonderen Vater- Sohn- Verhältnisses. So wie der Vater seinen Sohn unter dem Mantel birgt, so wie eine Mutter ihr Kind in den Arm nimmt und tröstet, so wie der beste Freund, die beste Freundin zuhört und mitfühlt… so ist Gott für uns da. Als geliebte Kinder Gottes gehören wir zusammen. Ich wünsche Ihnen heute, dass etwas von der Weite und dem Segen des Himmels in Ihr Leben hineinkommt und Sie Gottes Liebe spüren können.
Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.
Johannes 17, 20-26
Jesus hob seine Augen zum Himmel und sprach: Vater, ich bitte nicht allein für die, die du mir gegeben hast, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, dass sie alle eins seien.
Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, auf dass die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.
Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, auf dass sie eins seien, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, auf dass sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst.
Vater, ich will, dass wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe die Welt gegründet war.
Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich, und diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast.
Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.
Pfarrerin Christina Cremer Tel.: 360873


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