blog - Evangelische Kirchengemeinde Altenbochum-Laer



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Wäscheleinen Andacht Nr. 18
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Wäscheleinen Andacht Nr. 17
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Herausgegeben von Claudia Frank - 14/6/2020
Aktuelles

Wäscheleinen Andacht Nr. 17

Evangelische Kirchengemeinde Altenbochum-Laer
Veröffentlicht von Christina Cremer in Andacht · 26 Juli 2020
Mitwirkende


Wortbeitrag & Gesang: Pfarrerin Christina Cremer
Titelfolie: Eike Grevel, Kurt Rommel,
Text & Melodie: Lass uns in deinem Namen, Herr ...
Gesang, Gitarre, Video- & Audioaufnahmen: Siegfried Kühn Videoschnitt: Dennis Reichert




Liebe Gemeinde,
Am Ende des Hebräerbriefes, im letzten Kapitel stehen diese wichtigen letzten Ermahnungen:
Bleibt fest in der brüderlichen Liebe.
Gastfrei zu sein vergesst nicht; denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt.
Denkt an die Gefangenen, als wärt ihr Mitgefangene, und an die Misshandelten, weil ihr auch noch im Leibe lebt.
Es geht um geschwisterliche Liebe und es geht um Verantwortung für andere. Verbunden ist damit aber auch eine Verheißung: Einige haben ohne ihr Wissen so Engel beherbergt.
Gastfrei sein, das war zur Zeit des Hebräerbriefes sicherlich noch einmal anders als heute. In der Antike war Gastfreundschaft eine wichtige Tugend, denn darauf waren die Menschen angewiesen. Es gab keine Hotels und keine Reisegesellschaften, die die Unterbringung regelten. Man war auf Empfehlungen angewiesen und auch auf die Gastfreundschaft von Fremden.
In der Bibel haben wir mehrere Geschichten von Gastfreundschaft. Die Andeutung, man könnte Engel zu Besuch bekommen, ist sicherlich eine Anspielung auf die Geschichte von Abraham und Sarah. Damals bewirtete Abraham, der Stammvater des Volkes Israel, drei Männer. Wie es in der Antike üblich war heißt er sie willkommen, lässt Brot backen und schlachtet sogar ein Kalb. Es ist also ein richtiges Fest, das gefeiert wird.
Die drei Männer, so erfahren wir später, sind Boten von Gott und sie bringen eine wahrhaft gute Botschaft: Die seit langem kinderlose Sarah wird einen Sohn bekommen. Sie hatte die Hoffnung schon aufgegeben, denn sie war aus dem Alter schon heraus, um Kinder zu bekommen. Diese Fremden aber bringen wieder neue Hoffnung. Sie sind Segensbringer von Gott. Und ein Jahr später hat Sarah einen Sohn.
Dieser Besuch hat Segen gebracht, neue Hoffnung, neue Erkenntnis. Da war Gott dabei.
Noch eine andere Geschichte von Gastfreundschaft steht im Alten Testament. Damals hat Lot, Abrahams Neffe, in der Stadt Sodom zwei Männern Gastfreundschaft gewährt. Diese Fremden hatten nur den Schutz von Lot, sonst wären sie den Einwohnern in Sodom schutzlos ausgeliefert. Vogelfrei, so hieß das zu Luthers Zeiten, man konnte ihnen Unrecht tun, ohne bestraft zu werden.
Diese Art Gastfreundschaft, dass Menschen auf der Reise sind und für einige Tage eine Unterkunft brauchen, haben wir heute nicht so oft. Da gibt es andere Möglichkeiten. Aber vor unseren Augen sehen wir die Bilder von Geflüchteten, die unsere Unterstützung und Hilfe brauchen.
Wir haben zum Glück einen Staat, der auch den Menschen, die Fremd sind Hilfe nicht verweigert. Sie haben ein Recht auf menschenwürdige Behandlung, auf Essen und Unterkunft und Sicherheit. Aber, so haben wir das von vielen der Geflüchteten gehört in Laer damals, was sie ganz besonders von uns als den normalen Leuten brauchen, ist ein Lächeln, ist ein Herz, das sich der Freundlichkeit nicht verschließt.
Das könnten Engel sein, Boten Gottes, die uns neue Erkenntnisse bringen und Segen.
Vielleicht sind es aber auch Menschen, die Gott zu uns schickt wie die Männer, die zu Lot kommen. Die brauchen unseren Schutz. Denn da gibt es vielleicht auch andere, die ihnen Unrecht tun wollen.
Lot ist damals aus Sodom und Gomorra gerettet worden, weil er diesen Menschen Schutz geboten hat. „Wer einen Menschen rettet, der rettet die Welt!“ sagt ein Sprichwort.
Sind nun alle Fremden „Engel“? Jesus beantwortet das so: Was ihr getan habt, einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. (Mt.25,40)
Wir begegnen im Gast, im Fremden, in dem, der bei uns Schutz sucht Gott. Gastfreundschaft hat eine Verheißung! Wir haben die Chance, Christus zu begegnen.
Im nächsten Satz ist von den Gefangenen die Rede. Auch das war damals sicher anders als heute bei uns. Paulus war oft im Gefängnis und die Christen waren nicht gut angesehen und sicher sind manche von ihnen auch unschuldig im Gefängnis gelandet und die Zustände in den Gefängnissen waren wahrscheinlich auch schlechter als bei uns heute.
Trotzdem ist das Besuchen der Gefangenen als Zeichen, dass sie nicht vergessen und aufgegeben sind, sicher heute genauso wichtig wie damals. Ich weiß, dass die Kollekten für die Arbeit der Gefängnisseelsorger in unserer Gemeinde immer schlechter waren, als wenn für andere Zwecke gesammelt wurde. Grund ist vielleicht, dass wir uns mit den Gefangenen nicht so leicht identifizieren, sondern uns eher von ihnen bedroht fühlen.
Unser Predigttext erwartet von uns, dass wir uns in sie hineinversetzen, so, als wären wir Mitgefangene, so als wären wir selbst Gefangene.
Ein Blick auf die, die sonst nicht gesehen werden und deren Not uns vielleicht erst aufgeht, wenn jemand betroffen ist, den wir kennen und der uns am Herzen liegt.
Und zum Schluss steht da noch etwas von den Misshandelten. Misshandlungen, das darf es bei uns nicht geben. Folter ist nicht erlaubt.
Aber wir hören von Missbrauch an Kindern, von Vergewaltigungen, von Schlägereien an Schulen, auch von dem Gebrauch von Messern. Angst um Leib und Leben, Angst vor körperlichen Angriffen haben auch heute noch viele Menschen. „Auch ihr lebt noch im Leibe“ sagt der Hebräerbrief. Auch wenn Christen im Angesicht der Ewigkeit Gottes das Leben anders sehen als Menschen, die nicht an Gott glauben, so kennen wir doch alle körperlichen Schmerzen und die Angst davor.
Denkt an sie! Sagt unser Text. Verschließt nicht eure Augen und eure Herzen vor der Not der Menschen. Hier werden wir gebraucht!
Durch die Geschichte von Jesus Christus, der soviel Leid ertragen musste, sollen wir Christen eine besondere Achtsamkeit entwickeln für Menschen, die leiden und die Hilfe brauchen. Das ist Gottes Auftrag an uns.
Gott ist ein Gott der Leidenden. Sein Werk ist zu helfen und zu heilen. „Jesus“ bedeutet der Retter, der Heiland. Und wir sind in seinem Auftrag unterwegs.
Bei all den vielen Aufgaben und Problemen und Anforderungen, die das Leben an uns hat, sollen wir diese wichtigsten Aufgaben nicht vergessen. Deshalb stehen sie noch einmal ganz deutlich am Schluss des Briefes an die Hebräer, damit das Wichtigste nicht vergessen wird.
Also lasst uns die Augen aufhalten für die Menschen, die unsere Hilfe brauchen. In Ihnen schenkt uns Gott seine Gnade. Amen.
Lied: „Lass uns in deinem Namen Herr die nötigen Schritte tun“ EG 658


evangelische Kirchengemeinde
Altenbochum-Laer
Wittener Str. 242
44803 Bochum
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