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Aktuelles

Wäscheleinen-Andacht Nr. 10

Evangelische Kirchengemeinde Altenbochum-Laer
Veröffentlicht von Christina Cremer in Andacht · 7 Juni 2020


      
Wäscheleinen-Andacht zum Trinitatisfest am 07.06.2020 über 4. Mose 6, 22-27 von Pfarrerin Christina Cremer, auch unter www.die-Kirchengemeinde.de/aktuelles zu finden.
Liebe Gemeinde,
Heute feiern wir das Trinitatisfest. Der heutige Tag bringt zum Ausdruck, dass Gott auf unterschiedliche Weise gewirkt hat und noch wirkt; nämlich als der, der als Vater im Himmel die Welt ins Dasein ruft und sie erhält, als der, der sich durch Jesus Christus als der liebende und gnädige Gott zeigt und als der, der in uns wirkt durch seinen Geist.
Trotz dieser Erklärungsversuche bleibt das Wesen Gottes für uns aber immer noch ein Geheimnis. Diese Gedanken, wie sich Gott uns zeigt, sind nur eine Annäherung.
Als Predigttext für das Trinitatisfest ist der Aaronitische Segen vorgeschlagen. Ein Text, der uns bekannt ist, weil er am Ende unseres Gottesdienstes gesprochen wird seit der Gottesdienstreform von Martin Luther.
Der aaronitische Segen ist dreigliedrig, was wohl den Anlass dazu gegeben hat, ihn als AT-Predigttext für das Dreieinigkeitsfest auszuwählen.
Und der Herr redete mit Mose und sprach:
Sage Aaron und seinen Söhnen und sprich: So sollt ihr sagen zu den Israeliten, wenn ihr sie segnet:
Der Herr segne dich und behüte dich;
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;
Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.
Denn ihr sollt meinen Namen auf die Israeliten legen, dass ich sie segne.
Aaron, der Bruder von Mose war ein Priester. Bis heute ist es im orthodoxen Synagogengottesdienst so, dass nur die Nachfahren aus dem Priestergeschlecht den Segen sprechen dürfen. Im liberalen Judentum wird der Segen hingegen vom jeweiligen Leiter des Synagogengottesdienstes gesprochen. Außerdem wird der Segen in der häuslichen Schabbat - Feier gesprochen und von den Eltern an die Kinder gegeben.
Weil wir als Christen vom Priestertum aller Gläubigen ausgehen, darf bei uns jeder Gläubige auch segnen.
Der göttliche Segen steht von Anfang an über dem ganzen Menschengeschlecht. Im ersten Kapitel der Bibel heißt es im Schöpfungsbericht: „Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau. Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde…“
Gotte Segen steht von Anfang an über dem Menschengeschlecht. Alle Menschen sollen als Gesegnete leben. Der Segen ist der unmittelbare Ausdruck der Güte Gottes und seines Wohlgefallens an der Schöpfung.
Der Herr segne dich und behüte dich
Ich sehe einen Hirten vor mir, der die Schafe behütet und denke an den Anfang des 23. Psalms: „Der Herr ist mein Hirte“ Ich denke an Gott den Vater, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Er segnet und behütet uns.
Der Segen im Alten Testament ist durchaus weltlich und auch materiell zu verstehen, finanzieller Erfolg, Ansehen, Kleidung und Unterkunft, Familie, Kinder, Freunde und Verwandte gehören zu den Gaben des Segens Gottes.
Gott behütet auch. Er wehrt Böses ab. Er passt auf.  So wacht der himmlische Vater über uns.
Und das glauben wir, trotz all den Katastrophen in dieser Welt, trotz Corona und allem, was uns an Schicksalsschlägen treffen kann. Gott ist da, der uns behütet und uns nicht verloren gibt.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Es gibt nicht nur die Gefahren von außen. Es gibt Schuld und Unrecht, die unser Leben verdunkeln können. Jesus zeigt uns, dass Gottes Angesicht gnädig auf uns gerichtet ist, dass Gott uns liebt und nicht aufgibt. Es ist ein Wort für die Traurigen, Verzagten und Angefochtenen.
Der Herr habe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.
Ich denke dabei an die Zusage aus dem Buch Jesaja: „Ich will euch trösten wie einen seine Mutter tröstet.“
Gott wirkt in uns mit seinem Geist, der tröstet und Frieden gibt. Unsere Sozialbeziehungen sind im Blick, Frieden, gerechtes Miteinander. Es ist ein besonderer Frieden, den Gott gibt. Es ist eine Geborgenheit, die vielleicht erinnert an das Angesicht der Mutter, „der Glanz im Auge der Mutter“, wenn sie in ihrer emotionalen Antwort die Äußerungen des Kindes aufnehmen, verstärken, verwandeln kann und ihm damit zu verstehen gibt, dass es gewollt, gut und geliebt ist.
Alle Segenswünsche zielen auf die großen Sehnsüchte der Menschheit nach einem erfüllten und glücklichen Leben.
Segen, Segnen bedeutet: Gutes wünschen. Wir sind alle dazu berufen, Menschen zu segnen. Aber der Segen kommt nicht von uns, sondern von Gott.
Dass menschliche Hände Gottes Segen zeichenhaft begleiten ist uns vertraut. Mit dem Segenswort legen wir den Täuflingen und ihren Eltern, den Konfirmanden, den Paaren, die sich trauen lassen die Hände auf, genauso wie den Kranken und den Sterbenden. Und am Ende des Gottesdienstes erheben wir die Hände, um die Gemeinde zu segnen.
Oft sind Segenswünsche in unseren Grußworten enthalten: „Grüß Gott, „Gott befohlen“, „Vergelt´ s Gott“, oder „adieu“; daher kommt auch adios, und über das niederdeutsche adjüs unser Abschiedsgruß „Tschüss“.
In unserem Gesangbuch (NR 1002) steht ein schöner Segenswunsch in Anlehnung an den aaronitischen Segen, mit ihm möchte ich die Andacht beenden:
Der HERR
voller Liebe wie eine Mutter und gut wie ein Vater
Er segne dich
er lasse dein Leben gedeihen,
er lasse deine Hoffnung erblühen,
er lasse deine Früchte reifen.
Der Herr behüte dich
Er umarme dich in deiner Angst,
er stelle sich vor dich
in deiner Not.
Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir
Wie ein zärtlicher Blick erwärmt,
so überwindet er bei dir, was erstarrt ist.
Der Herr erhebe sein Angesicht über dich
Er sehe dein Leid,
er tröste und heile dich.
Er gebe dir Frieden
Das Wohl des Leibes,
das Heil deiner Seele,
die Zukunft deinen Kindern. Amen.


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Altenbochum-Laer
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44803 Bochum
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